Unter Skalierung verstehen wir in diesem Kurs die Bewertung einer subjektiven Belastungssituation - Angst, Wut, Scham, Schmerz u.a. - entsprechend einer Zahlenskala von 0 bis 10. Dabei bedeutet 0 völlige Ruhe und Ausgeglichenheit; die Zahl 10 steht für unerträgliche maximale Belastung.
Das subjektive (Belastungs-)Empfinden wird also ähnlich einer Benotung analog einem bestimmten Zahlenwert zugeordnet.
In manchen Fällen geht es auch um die Bewertung und Quantifizierung positiver Empfindungen wie Zuversicht, Sicherheit u.a. Hier ist entsprechend der niedrigste Wert 0 - also z.B. keine Zuversicht - und 10 die sichere Gewissheit.
Warum ist das Skalieren wichtig
Das Skalieren ist in mehrfacher Hinsicht wichtig und hilfreich.
Zunächst geht es darum, der Ausgangsempfindung - d.h. der gerade gefühlten Belastung - einen Zahlenwert zwischen 0 und 10 zuzuordnen, um diesen anschließend mit einer eventuellen Stressreduktion bzw. einer Entlastung nach Durchführung einer Klopfabfolge (z.B. NAEM) zu vergleichen und ggf. einen neuen Zahlenwert festzulegen.
Man könnte nun einwenden, dass man eine eventuelle Veränderung auch ohne zahlengebundene Benotung wahrnehmen kann. Das ist sicher richtig. Der zusätzliche Nutzen der Skalierung liegt darin begründet, dass die Quantifizierung eine bewusstere und genauere Wahrnehmung mit sich bringt. Dadurch wird sowohl die Selbstannahme - „Ja, ich bin der mit der Angst bei 7“ - als auch die Wahrnehmungs- und Unterscheidungsschärfe geübt.
Je differenzierter aber die Unterscheidung ist, desto mehr lerne ich und desto (selbst-)bewusster werde ich.
Das Skalieren ist also schon an und für sich eine Methode zu Intensivierung der Selbstannahme und Stärkung des Selbstbewusstseins.
Von Dr. Günter Eble (22.10.2005)