Berührung
Erst durch Trennungserleben kann es zum „Selbst“-erleben kommen. In Intensität, Richtung, Dauer und Ort (Körperteil) - Modalitäten - unterschiedlich werden Berührungen mal angenehm und mal unangenehm erlebt.
Zu verschiedenen Zeiten kann bei der gleichen Person die modal identische Berührung u.U. gegensätzlich erlebt werden - „was mir heute gefällt, kann mich morgen ärgern“. Lust oder Unlust einer Berührung hängt also auch von der Stimmung des Berührten ab.
Ob aktiv berühren oder passiv berührt werden, es sind immer beide berührt. Je bewusster ich Berührung wahrnehme, desto bewusster werde ich mir über mich und das/den Berührte(n). Es hilft mir immer besser zu unterscheiden, was bzw. wer mir wann, wie, wo und wie lange gut tut - oder unangenehm ist.
Dazu brauche ich sowohl die Lust(-igen) wie die schmerzlichen Empfindungen.
Ich lerne mich selber nur durch immer wieder berührt werden kennen und entwickele mich dadurch immer mehr zu mir selbst.
Von Dr. Günter Eble
« Zurück zur Lexikon-Übersicht
|