Transformative Krisen
Unter Transformative Krisen (TK) werden mit Opfern verbundene Wandlungen verstanden, die das Erleben und Fühlen, die aktuelle Wertehierarchie, die Lebenseinstellung und die Lebensführung verändern können.
Beispiele für solche Wandlungen durch eine TK sind die vom Saulus zum Paulus, Augustinus oder auch der Kreuzestod Christi.
Merkmale sind extreme Lebenssituation und Aufhebung geordneter Funktionen bzw. Ich-Funktionsstörungen. Als Auslöser kommen Nahtoderfahrung, schmerzhafte Lebenssituationen wie Krankheit, Verlust, Konflikt, Initiationsriten, ungewöhnliche Erfahrungen aber auch beglückende und überraschende Erlebnisse sowie Sexualität, Fasten und Drogen in Frage.
Die Physiologie ist durch Reizüberflutung oder Reizverarmung mit den entsprechenden Veränderungen des Katecholamin-Dopaminstoffwechsels gekennzeichnet.
Die Erlebnisphänomene der TK können akustische, visuelle, haptische, olfaktorische, gustatorische Sensationen beinhalten und durch Gefühle der Panik, Angst, Verzweiflung, Verwirrung, Auflösung, Ergriffenheit und Verzückung geprägt sein.
Die Folgen der TK sind meist Erkenntnisgewinn, Kompetenzgewinn (aber auch Funktionseinbußen - Jakob), Spannungslösung, Veränderung des Erlebens-Fühlens, der Lebenseinstellung, der Lebensführung und der aktuellen Wertehierarchie. Es kann auch zu Rückzug und Psychose kommen.
Transformative Krisen können als Durchgangsstadien zur Heilung verstanden werden.
Von Dr. Günter Eble
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